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Trotz KI: Warum Tech-Unternehmen in den USA gerade massiv in PR-Leute investieren – und was sie können müssen

„Während überall darüber diskutiert wird, ob generative KI Jobs ersetzt, sorgt ausgerechnet die Leichtigkeit, mit der sie Content ausspuckt, für eine wachsende Nachfrage nach menschlichen Kommunikatoren.“

Das scheibt Amanda Hoover in einem viel beachteten Artikel im „Business Insider“.

Und genau das ist die Pointe. Ausgerechnet die KI-Unternehmen investieren massiv in PR und Kommunikation!

Anthropic etwa, die Firma hinter Claude Code, hat sein Kommunikationsteam im vergangenen Jahr auf rund 80 Personen verdreifacht und sucht weiter. OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, schreibt mehrere Kommunikationsrollen mit Gehältern von über 400.000 Dollar aus.

Während also viele fragen, ob KI Texter, PR-Leute und Kommunikatoren ersetzt, passiert bei einigen der führenden Tech- und KI-Unternehmen offenbar das Gegenteil: Menschliche Kommunikation gewinnt massiv an Bedeutung.

Das ist bemerkenswert – und scheint ein Trend zu sein, der künftig auch mehr und mehr in Europa zu beobachten sein wird.

Und das ist kein Widerspruch. Überhaupt nicht. Tatsächlich ist es sogar die logische Folge.

Denn KI macht Content-Produktion einfacher, schneller, billiger. Aber dadurch wird Kommunikation eben nicht automatisch besser. Im Gegenteil: Durch KI wird das mediale Angebot mit austauschbarem Content geflutet. Und wenn plötzlich alle mehr Content produzieren können, entsteht mehr Durchschnitt. Mehr Texte, die OK klingen, aber kaum noch nach einer echten Marke.

Marken verlieren zunehmend ihre Stimme und damit an Profil, werden austauschbar. Die eigentliche Herausforderung verschiebt sich: Es geht schon längst nicht mehr nur darum, Inhalte zu produzieren. Es geht darum, Relevanz zu erkennen. Haltung zu formulieren. Komplexität zu übersetzen. Vertrauen aufzubauen. Die Marke und ihre Stimme zu pflegen. Und Themen so einzuordnen, dass sie für Kunden, Medien, Mitarbeitende und Märkte Bedeutung bekommen.

Genau deshalb werden Texter, PR-Leute und Kommunikatoren gerade wieder wichtiger. Selbstverständlich nicht als reine Textproduzenten, sondern als Menschen, die verstehen, was gesagt werden muss, warum es relevant ist und wie es zur Marke passt.

Gleichzeitig steigen die Erwartungen an dieses Profil deutlich: Gefragt sind Erfahrung, Zielgruppenverständnis, strategischer Blick, Sprachgefühl, Markenverständnis, technologische Offenheit und ein sicherer Umgang mit KI. Menschen, die Reputation aufbauen, Markenstimmen schärfen, Komplexität übersetzen und aus Themen tragfähige Narrative machen. Und die KI beherrschen, ohne ihr die wichtigste Entscheidung zu überlassen: was eine Marke sagen sollte – und was besser nicht.

KI kann Text skalieren. Aber Marken brauchen mehr als Output. Sie brauchen Stimme, Substanz, Haltung, Vertrauen, Orientierung. Und Menschen, die daraus Kommunikation machen.

Zum Artikel: https://www.businessinsider.com/hottest-job-in-tech-writing-words-ai-hiring-2026-2

Über den Autor:

Moritz Nolte

Moritz Nolte ist Wirtschaftsingenieur und Content-Marketing-Experte für Automotive- und Technologie-Kommunikation.
Seit über 12 Jahren begleitet er Industrie- und Automotive-Unternehmen bei der strategischen Positionierung komplexer
technischer Themen. Als Gründer von ENGINE.MEDIA verbindet er technisches Verständnis mit der Konzeptionierung
und Umsetzung erfolgreicher Content-Marketing-Maßnahmen und strategischer Kommunikationsberatung.

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